Ausdruck findet gerade die öffentliche Erinnerungskultur in einem vielfältigen Spektrum von Initiativen und Herangehensweisen, wozu in erster Linie die Archivierung der Informationen, deren wissenschaftliche Aufarbeitung und letztendlich die öffentliche Dokumentation sowie sonstige mediale Darstellung gehört. Neben diesen eher ereignisabhängigen Formen spielen auch Gedenkstätten, Gedenktage und Denkmale eine größere Rolle. Bestimmte Anlässe wie zum Beispiel der Historikerstreit geben jedoch immer wieder Impulse für in der Regel kurzfristige, aber dafür intensive gesellschaftliche Diskussionen um einzelne Themenbereiche. Diese berühren dabei sehr schnell Interessen der Politik und sind damit auch einer potenziellen Instrumentalisierung durch aktuelle Interessen unterworfen. Dabei sind Fragen der öffentlichen Erinnerung und somit Geschichtswahrnehmung eng mit Fragen der Legitimation von Machtansprüchen und jenen einer nationalen Identitätsstiftung verbunden. Dies führt in vielen Fällen zu einer staatlichen Ritualisierung der Erinnerungskultur und bedingt auch eine Reihe von gesellschaftlichen Tabus. Hieran ist insbesondere das Gelingen oder Versagen einer Geschichtsaufarbeitung geknüpft.